Meine Lieblinge gehören zu unserer Familie wie kleine Kinder. Katzen sind eigensinnige Wesen, die mich jeden Tag erfreuen. Wenn eine Mieze schnurrt und so richtig zufrieden ist, dann bin ich auch glücklich. Aber auch mein Mann möchte seine beiden Schmusekatzen nicht wieder hergeben. 

Unsere 1. Katze war ein süßer Kater namens Purzel. Er ist 16 Jahre alt geworden und dann mussten wir ihn leider einschläfern lassen .Purzel war gegenüber Personen, die er nicht kannte sehr scheu. Sobald es geklingelt hat, war er schon unter dem Bett verschwunden. Wenn der Besuch Glück hatte und Purzel sympathisch war, dann kam er auch mal vor. Nur uns gegenüber war er ein kleiner ruhiger Schmusekater. Am liebsten lag er bei unseren Sohn Axel mitten in den Schulsachen und tat so, als hätte er auch 12 Schuljahre gelernt und das Abitur gemacht.

Er war immer kerngesund und hat nie einen Tierarzt gesehen. Erst nach 16 Jahren war er taub und blind. Da es uns sehr leid tat, mussten wir uns von unseren kleinen Freund verabschieden. Wir werden ihn aber nie vergessen.

 

Danach waren wir so traurig und wollten unbedingt wieder ein Haustier. Dieses Mal wollte ich aber nicht eine Mieze allein, sondern zwei. Immer wenn wir nicht zu Hause waren, tat es mir leid, dass Purzel hinter der Tür saß und auf uns gewartet hat. Er hatte da niemanden zum Spielen und Ankuscheln und ich hatte keine Lust. lange von der Wohnung fern zu bleiben. Bei 2 Katzen fühlte ich mich beruhigter wenn sie zu Hause sind. Da ist keine allein und braucht nicht traurig zu sein.

Eine Bekannte hatte ganz junge Maikätzchen. Wir waren dort zu Besuch und als ich die kleinen Tiger sah, dann war die Entscheidung gefallen. Eine schwarz/weiße und eine getigerte Mieze sollte in unsere Haus einziehen. Wir konnten es kaum erwarten, bis die Kätzchen von der Mutter entfernt werden konnten und wir sie abholen durften. Die getigerte Miez wurde Biene getauft und die schwarz/weiße Tapsi. Beide hatten sich total lieb und spielten zusammen, putzten sich gegenseitig und kuschelten sich im Schlaf aneinander. Besonders Biene fühlte sich als Mutti und erzog Tapsi, die eine richtige kleine freche Katze war.

Das war unsere Tapsi mit ca. 8 Wochen.

Und das ist unsere Biene, die Schwester von Tapsi auch mit 8 Wochen.

                   

 

So wurde geschlafen nach anstrengenden Spiel. Beide waren unzertrennlich.

Tapsi war ein richtiges "Vatikind". Sie war ganz verrückt nach meinen Mann und schlief nur bei ihm auf den Schoß. Er war ihr bester Freund und wir anderen waren oft Luft. Vor ihr war nichts sicher, weder ein Schrank noch ein leer dastehender Kochtopf.

Da unsere Wohnung langsam von den beiden Rackern Schäden an den Tapeten und an anderen Sachen bekam, beschlossen wir nach langem Überlegen, dass die beiden mal ins Freie gehen dürfen. Wir wohnten in der 2. Etage und hatten keinen Blick zur Haustür. Erst ging es mit der Leine um den Häuserblock, aber das gefiel beiden nicht so richtig. Dann durften sie alleine los.

Das gefiel ihnen natürlich super und ich war ständig unterwegs um zu schauen, ob eine nach Hause will. Stand eine vor der Haustür und wollte nur mal kurz zum futtern 2 Etagen hoch, stand auch prompt beim Hinunterbringen dann die andere da. Dann ging das Spielchen von vorne los. Beide kamen aber pünktlich zur Mittagszeit zum Mittagsschläfchen nach Hause und auch abends wollten sie die Nacht in ihrem "Bett" verbringen. Das Mäusejagen war auch ganz schön anstrengend.

Tapsi marschierte auch ab und zu in fremde Wohnungen und mittlerweile kannte die beiden jeder in unserer Umgebung. Leider hatte sie vor niemanden und nichts Angst. Auch nicht vor Autos. Im März 2003 erhielten wir plötzlich die Nachricht, dass unsere geliebte Mieze von einem Auto überfahren wurde. Sie war gerade mal 1 3/4 Jahr geworden und wir waren so geschockt, dass wir es erst nicht glauben konnten. Der Katzenpapa und unser Axel haben sie noch zum Tierarzt gebracht, aber sie wurde nicht wieder lebendig. Wir haben richtig geweint. Aber am meisten hat unsere Biene getrauert und tagelang ihre Schwester gesucht. Sie tat uns so leid, dass wir beschlossen haben, ihr wieder einen Spielkameraden zu holen. Leider gibt es im März keine junge Kätzchen und wir wollten so schnell wie möglich einen Ersatz für Tapsi.

Unser großer Glückstreffer war der Tipp, uns doch einmal in der Katzenpension in Liebertwolkwitz umzusehen. Mein Mann sah dort einen kleinen schwarz/weißen Kater, der Tapsi sehr ähnlich sah. Er verliebte sich sofort in die Mieze und einen Tag später zog Luis bei uns ein.

Er war total verängstigt, saß tagelang nur im Bettkasten unseres Sofas und war nicht einmal zum Fressen bereit. Wir waren schon am Verzweifeln und hatten Angst, dass uns der kleine Kerl verhungert. Zufällig hatten wir Rindsrouladen zum Vorbereiten für das Mittagessen und das war das 1. Mal, dass eine kleine Pfote hinter dem Sofa vorkam und ein paar Happen gierig fraß. Wir waren total glücklich. Da wir nicht genügend Rindfleisch zu Hause hatten, ist unser "Katzenvater" sogar zum Sonntag zum Leipziger Hauptbahnhof gefahren und hat für den kleinen Luis eine Roulade gekauft. Jetzt war der Bann ein wenig gebrochen und Luis schaute schon ab und zu mal in der Wohnung rum.

Nach und nach wurde er immer zutraulicher. Heute ist er ein ganz verschmuster Kater, lässt sich herumtragen, hat keine Angst vor fremden Personen und wir würden ihn nie, nie wieder hergeben. Seine Betreuerinnen aus der Katzenpension müssten ihren Zögling heute nach einem 3/4 Jahr mal sehen. Sie hätten bestimmt nie gedacht, dass er mal so ein süßes und liebes Tier wird (Ehrlich gesagt- wir bis vor einem halben Jahr auch nicht).

Nur unser Bienchen war mit unserer Wahl überhaupt nicht zufrieden. Sie mag den lieben kleinen Kerl nicht besonders. Mittlerweile hat sie sich an ihn gewöhnt, aber eine große Liebe wird es wohl nie werden. Er möchte so gerne mit ihr spielen und sich ihr nähern, aber Bienchen ist so richtig zickig (eben eine Frau) und lässt Luis keine 10 cm an sich ran. Die erste Zeit ist sie nicht einmal in das Zimmer gegangen, wo er war und lag nur auf dem Schrank wenn sie nach der Mäusejagd nach Hause kam. Jetzt akzeptiert sie es schon, wenn er im gleichen Zimmer ist und beim Fressen gibt es auch keine Probleme. Da wird schon manchmal zu zweit aus dem gleichen Napf gefressen.

Bienchen war Ende August für 3 Tage über das Wochenende verschwunden. Sie kommt sonst immer wieder nach Hause und auf Rufen kommt sie normalerweise gleich freudestrahlend mit erhobenen Schwanz angerannt. Da waren wir ständig am Suchen und Bienchen wie vom Erdboden verschwunden. Montagabend war sie auf einmal wieder da. Wahrscheinlich wurde sie versehentlich in einer Garage eingesperrt oder in einem Einfamilienhaus das gerade gebaut wird. Als sie endlich wieder nach Hause kam, war die Freude riesengroß. Unsere Biene musste sich erst einmal stärken, denn durch die 3 Tage war sie ganz dünn geworden. Dann verlangte sie ausgiebige Schmuseeinheiten und war total happy.

Manchmal klappt es mit gemeinsamen Spielchen

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