Die Großmutter von einst und jetzt

 

 

Wisst Ihr noch wie es damals war – Großmutter mit gescheiteltem Haar!?

Im Lehnstuhl am Fenster, das Strickzeug zur Hand,

denn Perlon war noch nicht bekannt.

im faltigen Rock aus wollenem Tuch und vor ihr lag das Bibelbuch.

Kamen die Enkel müde von der Straß, so baten sie, „erzähl uns doch was!"

Sie lächelte glücklich mit zahnlosen Mund und tat ihnen die herrlichsten Märchen kund.

Sie war immer da – voller Liebe – wir dachten nur, dass es immer so bliebe!

Großmutter mit dem Häubchen im Haar, betreute die Enkel Jahr für Jahr,

rief beim Abendläuten die Kinder heim und lehrte sie manch frommen Reim.

Sie standen vor ihr mit gefalteten Händen und sagten die Verslein von Anfang bis Ende.

Wer je eine solche Großmutter hat besessen, ich glaube, der wird sie nie vergessen.

Ich glaube wir alle hatten so eine, welch ein Glück, wie oft denken wir an die Großmutter zurück.

Das war damals in der guten alten Zeit, wie liegt sie so fern, wie liegt sie so weit.

Und Großmutter in unserer Zeit?

Die ist eine Oma geworden heut. Frisch ist ihr Haar und dauergewellt,

ist öfters zur Frisöse bestellt.

Modern ist das Hütchen auf dem Haupt, mein Gott, wer hätte das damals geglaubt.

Den Rock je nach Mode, kurz oder lang, sogar vor den Hosen ist Oma nicht bang.

Sie sitzt nicht im Lehnstuhl und ruht sich aus, i wo, sie ist nur selten zu Haus.

Kaffeeklatsch ( manchmal bis Drei ), denn ohne Oma ging er gar nicht vorbei.

Sie reist nicht zur Ferienzeit, nein, im Herbst und auch im Winter wenn es schneit.

nicht nur nach Koblenz per Bus und per Bahn, nein, so weit sie nur kann.

Der Schwarzwald hat für sie besonderen Reiz, auch fährt sie nach Österreich und in die Schweiz.

Außerdem noch viel weiter, nach Mallorca ans Meer, sie meidet die Bahn, das Flugzeug muss her!

In ihrem Mund fehlt heute kein Zahn, die Zweitfrisur hat es ihr angetan.

Sie liebt Hobbys, spielt Karten, Tennis und reitet, (im Fernsehen wird es täglich verbreitet).

Mit Sauna, Turnen und Schwimmen, tun die Omas auf jung sich trimmen.

Märchen erzählen ist wenig gefragt, ich gehe ins Kino hat der Enkel gesagt,

ein Krimi, ein toller Wildwest und wehe, wenn die Oma ihn nicht lässt!!!

Aber sie lässt ihn, ihm ist klar, heute kommt der Kommissar, den muss sie erleben, das lässt sie sich nicht nehmen, lässt keine Folge aus und bleibt deshalb zu Haus.

Die Großmutter von damals, die Oma von heut,

welch gewaltiger Unterschied, ihr Leut und dennoch ist uns stets geblieben,

das goldene Herz für all ihre Lieben.

Sie liebt ihre Enkel, die Großen und Kleinen und trocknet die Tränen,

wenn immer sie weinen.

Ob Lehnstuhl und Strickzeug, ob Hobby, ob Reisen, im Grunde sind es die selben Weisen.

Und mögen auch Jahre und Zeiten vergehn,

Großmutters Liebe bleibt immer bestehen.